Projekt „Artenschutzmaßnahmen zum Wiesenvogel- und Bodenbrüterschutz auf Eiderstedt

 

 

 

23. Februar 2022

 

 

Wiesenvogelschutzprojekt startet - Erste Fallen ausgeliefert

 

Am 23. Februar 2022 wurden die ersten Fallen und Kunstbaue für das Wiesenvogelschutzprojekt auf Eiderstedt ausgeliefert. Wegen der nassen Böden konnten nur wenige direkt verbaut werden, die meisten wurden zunächst gelagert und werden bei besserer Witterung dann an ihre vorgesehenen Standorte gebracht.

 

 

 

 

 

 

 

 

7. Februar 2022

 

Startschuss für neues Wiesenvogel-Schutzprojekt auf Eiderstedt

 

 

Hoch sollen sie fliegen und viele sollen es wieder werden. Das neue Kooperations-Projekt der Stiftung Eiderstedter Natur und der Eiderstedter Jägerschaft arbeitet in den kommenden vier Jahren daran, den Schutz für Wiesenvögel und Bodenbrüter noch einmal zu verstärken. Ein Pilotprojekt für Schleswig-Holstein. Denn: das hat es so hier bei uns im Land noch nicht gegeben.

 

„Hand in Hand für den Artenschutz“, lautet das Motto des vom Land Schleswig-Holstein mit rund 600.000 Euro geförderten Gemeinschaftsprojekts. Erklärtes, ambitioniertes Ziel ist es, durch ausgefeilte Maßnahmen des Jagd- und Naturschutzes, die Lebens-, Brut-, und Überlebensbedingungen von Uferschnepfe, Kiebitz, Austernfischer und Rotschenkel – allesamt selten gewordene Arten hier bei uns im nördlichsten Bundesland – zu optimieren. Denn: trotz der vielen Verbesserungen der Lebensräume dieser Watvögel bleiben die Bruterfolge seit Jahren aus oder sinken drastisch. Zwar haben sich Uferschnepfe & Co. in den vergangenen Jahren immer wieder zur Familiengründung auf Eiderstedt niedergelassen. Aber ihre Fressfeinde, wie zum Beispiel Fuchs, Steinmarder, Marderhund und auch andere Beutegreifer aus der Luft, haben ihre Nester oft schon vor dem Küken-Schlupf leer geräubert. Oder die Kleinen haben es zwar aus dem Ei, aber nicht mehr in die Luft geschafft.

 

Das neue Projekt „Artenschutzmaßnahmen zum Wiesenvogel- und Bodenbrüterschutz auf Eiderstedt“ will jetzt mit einem maßgeschneiderten Vorhaben die Feinde der bedrohten Vögel ausbremsen. Konkret soll die Vorgehensweise so aussehen: In einem ersten Schritt werden die noch vorhandenen Besätze der Wiesenvögel und Bodenbrüter erfasst, dann werden in einem zweiten Schritt Fallen für Fuchs, Steinmarder oder Marderhund aufgestellt und künstliche Fuchsbaue installiert, um vor allem Fuchs und Marderhund gezielter bejagen zu können. 

 

Gleichzeitig wird abgewogen, ob sogenannte Störkulissen wie Schilf, Büsche und Bäume entfernt werden sollten, da sie Fuchs und Steinmarder Versteckmöglichkeiten und Beutegreifern wie Turmfalke oder Bussard einen komfortablen Beute-Ausguck bieten. Ziel ist es, die Population der Bodenbeutegreifer auf einem für die Brut der Wiesenvögel erträglichen Niveau zu halten. Insgesamt sind 264 ehrenamtliche Jäger mit im Projekt dabei. 

 

Während der vierjährigen Laufzeit – bis zum Jahr 2026 – werden die Brut- und Aufzuchterfolge engmaschig erhoben, von Seiten der Jäger werden die Strecken ermittelt. Auch werden die Bauten der Beutegreifer kartiert und die Zahl der Nachkommen (Geheckgrößen) dokumentiert. Gerade bei der invasiven Art der Marderhunde sind Geheckgrößen von zwölf und mehr keine Seltenheit, was zusammen mit dem Fehlen jedes Feindes eine explosionsartige Ausbreitung auf Eiderstedt ermöglicht.

 

Die Projektpartner:

 

Stiftung Eiderstedter Natur

 

Landsjagdverband Schleswig-Holstein

 

 

 

Grundlage des Projekts

 

Die Projektbeteiligten, die Stiftung Eiderstedter Natur und der Landesjagdverband Schleswig-Holstein, verpflichten sich dem gemeinsamen Ziel, die Wiesenvögel- und Bodenbrüter im Natura 2000 Gebiet DE 1618-404 auf Eiderstedt, durch jagdliche und nichtjagdliche Maßnahmen zu schützen und streben durch ihre Maßnahmen eine Erholung der Bestände an. Im Sinne des Projektzieles verpflichten sich alle Projektbeteiligten zu einer vertrauensvollen Zusammenarbeit, die durch Transparenz und gegenseitigen Respekt geprägt ist. 

 

 

Das Gesamtprojekt setzt sich aus einem jagdlichen Teil (Teilprojekt 1) und einem nichtjagdlichen Teil (Teilprojekt 2) zusammen. Die Koordination beider Teile erfolgt durch den Projektleiter/Projektkoordinator. Das Projekt wird durch das Land Schleswig-Holstein gefördert.